Im Alter von 22 Jahren musste Paul wider Willen sein Studium beenden und im Mai 1945 die Nachfolge seines Vaters antreten. Es gelang ihm, das Vertrauen des „alten Kaders“ zu gewinnen. Seine mangelnde Erfahrung konnte er durch seinen Sinn für das Detail und seine Beobachtungsgabe wett machen.

Jahr für Jahr konnte der junge Paul alle nötigen Informationen einholen und sich somit seine eigene Strategie ausdenken, welche er für sein Unternehmen anwenden sollte. Drei unterschiedliche Bereiche wurden gegründet: Die Brennerei, die Herstellung von Fruchtsäften und Sirupen sowie der Weinhandel.

1947 verkaufte MONIN gesamthaft schon mehr als 3 Millionen Flaschen. Sein Verdienst war es, dass MONIN 1952 einen Kirschlikör, genannt „Guignot“ auf den Markt brachte, welcher aus in Alkohol eingelegten Herzkirschen unter Zugabe von Kirsch hergestellt wurde.

1954 folgte „Glasco“, ein aus Zitronensaftkonzentrat hergestellter Sirup, der 8 bis 10-fach verdünnt werden konnte, was zu dieser Zeit einmalig war! Grapefruit-, Ananas- und Orangensirup folgten. Diese Produkte wurden dem Händlernetz in 50 cl-Flaschen angeboten.

Nebst all diesen neuen Produkten war Paul MONIN ganz besonders darauf bedacht, nur die besten Früchteproduzenten zu suchen und auszuwählen. So bereiste er das ganze Land, um die besten Lieferanten ausfindig zu machen und sich so die beste Qualität beim Einkauf zu sichern.

Qualität und Suche nach den besten Aromen waren schon in den Genen der Familie verankert. Paul verlängerte und vertiefte nur das, was bereits von Grund auf da war. Dies wird später zum legendären Qualitäts- Image der Sirupe und Liköre der Marke MONIN beitragen.

1959 gewann Paul MONIN an Einfluss im Unternehmen. Er traf wichtige Entscheidungen, wie z.B. die Zusammenführung der Produktionen und Brennereien in Bourges. Diese waren bisher verteilt in Tours, Macon und am Gesellschaftssitz.

Paul MONIN rationalisierte, optimierte und vereinfachte die Organisation. Er vergass dabei aber auch den menschlichen Aspekt nicht. Er hatte ein ergebenes Team um sich, was ihm erlaubte, sich in den Jahren 1961 bis 1968 neu zu orientieren. Er gab den Weinhandel allmählich auf und förderte dagegen sukzessive die Brennerei-Branche. Er baute ein eigentliches Händlernetz in ganz Frankreich auf. Bald schuf sich MONIN mit seinen Likören und Sirupen einen Ruf. Jedermann kannte und schätzte sie.

Es genügte, auszuwählen unter den vielseitigen Aromen, zu bestellen und schon wurde geliefert....In den 70er Jahren bereiste Paul MONIN, zusammen mit seinem Mitarbeiterteam, ganz Frankreich, um seine Händler anzuspornen. Die Marke MONIN war unter den Likören gut bekannt, die legendären Sirupe mit ihren Blumenetiketten trugen zum Erfolg der Firma bei.

1974 erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 4 Millionen Flaschen. Um sein Wachstum zu sichern, musste Paul von 1960 bis 1975 jährliche Investitionen in Höhe von durchschnittlich einer Million Francs tätigen. 1975 bis 1989 setzte sich Paul MONIN für die Verkollkommnung der legendären MONIN-Sirupe ein.

Als vollständig naürliches Produkt, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Wirte, wurden die Sirupe nach und nach zu einer wichtigen Marke auf dem französischen Markt.

In diesen Jahren wurde die Likör-Aktivität, hauptsächlich im internationalen Bereich, geprägt durch die Kreation des MONIN’S – Original Triple Lime. Dieser Likör, zusammengesetzt aus Cognac, Limetten und Gewürzen, war sehr begehrt auf dem internationalen Markt. Dieses Produkt verschaffte Monin zahlreiche Partner und eröffnete ihm viele Märkte.